Ein Wirtschaftsgericht in São Paulo hat dem Antrag von Kitchens auf gerichtliche Sanierung stattgegeben. Der Hersteller hochwertiger Maßmöbel will damit Schulden in Höhe von 299,9 Millionen R$ restrukturieren. Die Entscheidung erging am Dienstag, dem 3. November, wie aus den im Entscheidungsbericht enthaltenen Angaben hervorgeht.
Richter Ralpho Waldo de Barros Monteiro Filho stellte eine Differenz von 49,4 Millionen R$ in den Büchern der vier Unternehmen der Gruppe fest. Der Entscheidung zufolge beliefen sich die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen innerhalb der Gruppe zum 28. Februar 2026 auf insgesamt 115,2 Millionen R$, während Forderungen aus Darlehen gegenüber verbundenen Unternehmen 65,8 Millionen R$ betrugen. Der Richter erklärte, für die Differenz gebe es in den Büchern der anderen Unternehmen keine feststellbare Gegenposition, und räumte der Gruppe 15 Tage ein, um die Zahlen zu erläutern.
In der Entscheidung wurden außerdem Geldbewegungen zwischen den Unternehmen beschrieben, für die es keine eindeutigen buchhalterischen Erklärungen gab. Ein Unternehmen, 6S, überwies 4,3 Millionen R$ an Kitchens Empreendimentos und 539.100 R$ an Kitchens Indústria und erhielt zugleich 3,1 Millionen R$ von einem Devisenmakler. Bei einem weiteren Geschäft flossen Forderungen von Kitchens Indústria in Höhe von 149.400 R$ auf das Konto eines Unternehmens für Wohndekoration, das Banco Sofisa 834.200 R$ schuldete.
Der Richter erklärte, die Überweisungen erschwerten die Feststellung, welches Unternehmen wem Geld schuldete. Dies spreche dafür, die vier Unternehmen als einen einzigen Schuldner zu behandeln. Die Entscheidung erhob keinen Betrugsvorwurf gegen die Gruppe. Kitchens erklärte, das Gericht habe bestätigt, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für die Sanierung erfüllt seien, ebenso wie die wechselseitige Abhängigkeit der Unternehmen, einschließlich gegenseitiger Garantien und finanzieller Transaktionen zwischen ihnen. Die Gruppe erklärte, sie werde einen Sanierungsplan ausarbeiten, der insbesondere Kunden und Beschäftigte berücksichtige.
Die vier Unternehmen haben ab der Veröffentlichung der Entscheidung 60 Tage Zeit, einen gemeinsamen Sanierungsplan vorzulegen; andernfalls droht ihnen die Insolvenz. Das Gericht setzte außerdem für 180 Tage Klagen und Vollstreckungsmaßnahmen wegen der von dem Verfahren erfassten Schulden aus und bestellte Brizola e Japur Administração Judicial zur Überwachung der Geschäftstätigkeit der Gruppe.
Kitchens betreibt eine Fabrik in Guarulhos im Großraum São Paulo. Anfang 2026 verfügte das Unternehmen über zehn eigene Geschäfte und sechs Franchise-Filialen, von denen einige geschlossen wurden, darunter ein Showroom in Fortaleza. Die finanziellen Schwierigkeiten der Gruppe haben sich auf die Auslieferungen ausgewirkt und Kunden dazu veranlasst, über die Gerichte Vertragsstornierungen und Rückerstattungen zu beantragen. Mindestens drei Verbraucher erstatteten bei der Polizei Anzeige gegen die Gruppe wegen mutmaßlichen Betrugs.
Das 1964 gegründete Unternehmen verkauft maßgefertigte Küchen sowie Produkte für Schlafzimmer und Badezimmer. Seine Geschäfte befinden sich unter anderem in São Paulo, Rio de Janeiro, Brasília, Belo Horizonte, Fortaleza, Salvador, Balneário Camboriú, Cuiabá und Goiânia.
Quellen: Folha Mercado.