Der US-Dollar eröffnete am Dienstag höher gegenüber dem brasilianischen Real. Anleger wogen einen Vorschlag des Ökonomen André Lara Resende ab, den brasilianischen Leitzins zu senken, und verfolgten die US-Zwischenwahlen. Gegen 9:40 Uhr lag der Dollar 0,88 % im Plus bei 5,494 Real, während er gegenüber anderen Währungen im Ausland um 0,07 % zulegte und nahezu unverändert gehandelt wurde.

Lara Resende, einer der Architekten des brasilianischen Real-Plans, argumentiert, die fiskalische Herausforderung des Landes sei eher auf hohe Zinskosten als auf Primärausgaben zurückzuführen. Er hat einen neuen Rahmen für die Fiskal- und Geldpolitik vorgeschlagen, der eine Begrenzung des Selic-Satzes vorsehen würde, der derzeit bei 13,75 % pro Jahr liegt. Die Idee kam am Wochenende auf und hat bei Analysten Bedenken ausgelöst. Einige der Arbeiterpartei nahestehende Ökonomen lehnen sie laut dem Bericht ab. Sie sagen, bereits die öffentliche Diskussion darüber, ob die Regierung den Vorschlag erwäge, schaffe unnötige Unsicherheit.

Die brasilianische Bruttostaatsverschuldung beträgt 82,9 % des BIP und liegt damit auf dem höchsten Stand seit 2021. Ein in der ursprünglichen Berichterstattung zitierter separater Bericht schätzte, dass zum Ausgleich des Haushalts in den kommenden vier Jahren eine Anpassung von mindestens 250 Milliarden Real erforderlich wäre.

In den Vereinigten Staaten wählen die Bürger alle 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses und 35 der 100 Sitze im Senat. Die Republikaner kontrollieren derzeit beide Kammern. Ein Sieg der Demokraten im Repräsentantenhaus könnte Untersuchungen zu Entscheidungen des Weißen Hauses nach sich ziehen, darunter die Erteilung von Visa an Flávio Bolsonaro und die mögliche Beteiligung von US-Beamten an seiner Abreise aus Brasilien nach seiner Niederlage gegen Luiz Inácio Lula da Silva. Der Bericht merkte außerdem an, dass sich die Kontrolle durch den Kongress auch auf die Zollpolitik von Präsident Donald Trump und die Handelsverhandlungen mit ausländischen Ländern erstrecken könnte.

Auch nach Lulas Wiederwahl standen die brasilianischen Märkte unter Druck. Der Ibovespa, der maßgebliche Aktienindex des Landes, fiel in der vorherigen Sitzung um 0,74 % auf 167.921 Punkte. Damit verzeichnete er den fünften Rückgang in Folge und erreichte seinen niedrigsten Stand seit dem 19. August. Am vorangegangenen Freitag hatte der Dollar mit einem Plus von 1,12 % bei 5,447 Real geschlossen – dem höchsten Schlusskurs seit dem 30. Dezember 2025.

Anleger beobachten Signale zur Fiskalpolitik der Regierung und zur Zusammensetzung ihres Wirtschaftsteams. Als weitere Belastungsquelle nannte der Bericht die jüngsten Abflüsse ausländischer Investitionen aus brasilianischen Aktien. Am Mittwoch verzeichneten ausländische Anleger einen Nettoabfluss von 2,8 Milliarden Real von der Börse.

Die Daten zum heimischen Arbeitsmarkt zeichneten ein gegenläufiges Bild: Die Arbeitslosenquote Brasiliens lag im Quartal bis September bei 5,2 % und damit für diesen Zeitraum auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der historischen Zeitreihe im Jahr 2012. In den drei Monaten bis Juni hatte die Quote 5,4 % betragen. Die im Bericht zitierten Ökonomen sagten, die Zahlen entsprächen den Erwartungen und deuteten auf einen allmählichen Verlust an Dynamik hin, während der Arbeitsmarkt robust blieb.

Quellen: Folha Mercado.