Die Inflation in der Eurozone stieg im Oktober auf 4 % und erreichte damit den höchsten Stand seit drei Jahren, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten vorläufigen Schätzung hervorgeht. Der Wert lag über den 3,8 % im September und entsprach den von Ökonomen erwarteten Zahlen, die in einer Reuters-Umfrage genannt worden waren.
Die Energiekosten waren der wichtigste Treiber. Die Energieinflation beschleunigte sich von 18,9 % im Vormonat auf 20,8 %. Im Oktober erreichte oder überschritt die Inflation in der Eurozone erstmals seit September 2023 wieder die Marke von 4 %; damals hatte sie bei 4,3 % gelegen.
Die Inflation fiel in den 21 Volkswirtschaften des Währungsblocks unterschiedlich aus. Litauen verzeichnete mit 6,1 % die höchste Rate, während Malta mit 2,3 % den niedrigsten Wert aufwies. In allen Ländern der Eurozone blieb die Inflation über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank von 2 %. Die Entscheidungsträger erklärten, die zugrunde liegende Inflation und die Löhne seien insgesamt stabil.
Die EZB ließ ihren Leitzins im vergangenen Monat bei 2,5 %, nachdem sie ihn im September um 25 Basispunkte angehoben hatte. Vor den am Mittwoch veröffentlichten Daten hatten die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 71,8 % für eine Zinserhöhung bei der letzten Sitzung der Bank in diesem Jahr im Dezember eingepreist. Nach der Veröffentlichung der Inflationszahlen stieg diese Wahrscheinlichkeit auf über 72 %.
Der Euro legte am Mittwochmorgen gegenüber dem US-Dollar um 0,6 % zu, während die Rendite der zehnjährigen deutschen Staatsanleihe geringfügig stieg. Robert Mertens, leitender Analyst für globale Kapitalmärkte bei Validus Risk Management, sagte, Turbulenzen am französischen Anleihemarkt könnten die geldpolitischen Optionen der EZB einschränken. Er fügte hinzu, dass eine Entspannung der politischen Unruhen in Frankreich der Bank ermöglichen könnte, einen aggressiveren Kurs mit Zinserhöhungen einzuschlagen.
Quellen: CNBC Markets.