Die Demokraten übernahmen bei den Zwischenwahlen am Dienstag die Kontrolle über den Kongress und versetzten Präsident Donald Trump sowie seiner Wirtschaftsbilanz damit eine deutliche Abfuhr. Den Wahlergebnissen zufolge, wie sie im Wahlbericht dargestellt wurden, brachten die Wähler ihren Unmut über steigende Preise, Korruption in der Regierung und den Ausbau von KI-Rechenzentren zum Ausdruck.

Die größten Zugewinne der Partei gab es in Texas: Dort besiegte James Talarico Ken Paxton und gewann einen Sitz im Senat. Damit wurde er der erste demokratische Senator des Bundesstaates seit fast vier Jahrzehnten. Gina Hinojosa setzte sich gegen den dreimaligen Gouverneur Greg Abbott durch und wurde damit die erste demokratische Gouverneurin von Texas, seit Ann Richards 1995 aus dem Amt schied.

Die Demokraten gewannen außerdem Senatswahlen in South Carolina, wo Annie Andrews Darline Graham überraschend besiegte, und in Ohio, wo Sherrod Brown Senator Jon Husted schlug. Die Partei eroberte Senatssitze in Iowa und North Carolina und gewann wichtige Rennen in Georgia und New Hampshire. Mehrere prominente Kandidaten, die Trump unterstützt hatte, gehörten zu den Verlierern.

Die Ergebnisse könnten die politische Debatte über die KI-Infrastruktur verschärfen. Texas ist ein wichtiger Standort für geplante Rechenzentren, und Hinojosa setzte sich im Wahlkampf für einen Aufschub neuer Projekte ein, bis der Bundesstaat strengere Regeln erlässt. Ihr Sieg verschafft den Demokraten mehr Einfluss in dieser Frage, obwohl die Republikaner weiterhin die Kontrolle über die Staatslegislative behalten.

Die Wahl war auch ein Rückschlag für Tech-Milliardäre und Unternehmensverbände, die hohe Summen ausgegeben hatten, um republikanische Kandidaten zu unterstützen, die als Befürworter umfangreicher KI-Rechenzentrumsprojekte galten. Elon Musk, der größte Einzelspender im Wahlzyklus, gab Rekordsummen aus, um Republikaner zu unterstützen, auch in Texas. Laut dem Bericht zeigten Nachwahlumfragen, dass die Wähler über Korruption und den wachsenden Einfluss von Milliardären besorgt waren. Talarico kritisierte Musk während des Wahlkampfs wiederholt und warf ihm vor, sich einen Senator nach seinen Vorstellungen kaufen zu wollen.

Die Wahlsiege der Demokraten könnten zu einer strengeren Kontrolle von Technologieunternehmen und dem Ausbau von Rechenzentren durch den Kongress führen. Als das Ausmaß der Zugewinne der Partei erkennbar wurde, reagierten die Märkte: Die Dow- und S&P-500-Futures fielen am Dienstagabend.

Auch wirtschaftliche Sorgen spielten eine wichtige Rolle. Viele Wähler machten Trumps Zölle und den Krieg mit dem Iran für ihre verschlechterte finanzielle Lage verantwortlich, während die Lebenshaltungskosten eine anhaltende Belastung blieben. Da die Demokraten nun beide Kammern kontrollieren, können sie Teile von Trumps Agenda stärker blockieren und die Aufsicht durch den Kongress in den letzten zwei Jahren seiner Amtszeit ausweiten.

Quellen: CNBC Markets.